Willkommen an diesem Treffpunkt
für alpenländische Geigenmusik,
eingerichtet von Peter Stücheli-Herlach (Schweiz).

 «Geigenkapelle» kann die volkstümliche
Bezeichnung für eine Musikgruppe sein, die mit Streichinstrumenten aufspielt (1).
Entlang des Alpenbogens hat das Tradition:
Im Ziller- und Passeiertal im Tirol, 
im Schweizer Appenzellerland,
im Engadin, Safien- und Muotatal,
im Wallis und Waadtland
wie den französischen Savoyen ...
auf diesen Berghöhen und in diesen Taltiefen
dürfte die Geige lange Zeit
«das beliebteste Tanzinstrument» gewesen sein (2). Ähnliches könnte für das angrenzende Jura,
die Vogesen und den Schwarzwald gelten. 

Legenden der Region berichten von den Spielkünsten der Berg-, Tanz-, Dorf-, Zauber- und Teufelsgeiger.
Sie sollen manche Gesellschaft gut unterhalten,
aber auch berauscht und verführt haben.
In Kirchen und Kapellen hingegen
sangen die Geigen für Betende zum Himmel –
was der «Geigenkapelle» ihre zweite Bedeutung gibt.

Hier geht es um beides:
Um rauschende Feste wie besinnliche Feiern
mit den vier Saiten, die der Alpenbogen
zum Schwingen bringt.
Und es geht darum, diese Kunst
zu erleben, zu entdecken und zu erlernen.

(1) Analog wie "Blaskapelle", alpenländisch auch "Streichmusik", "Geigenmusi", "Tanzgeiger", "Fiedler" oder "Violoneux" genannt
(2) Bachmann-Geiser, Geschichte der Schweizer Volksmusik, 2019 (S. 248)

Bilder (von links oben, im Uhrzeigersinn):
Musée de l'Oeuvre de Notre Dame, Strassburg (eig. Bild); Abschrift eines Schweizer Kuhreihens (Naturjodel) durch den Geiger G. B. Viotti 1792 (Bibl. Nat. de France); Geige in der Stalltüre eines Bergbauernhofs in den Vogesen, 2024 (eig. Bild); S. Oesch, Bauernmusik, 1919 (Kunstmuseum St. Gallen). Mitte: Hochzeitsgeiger P. Stücheli-Herlach auf dem Haldigrat b. Niesen, 2025 (C. Müri)
Suchen